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Ausgabe NOVEMBER 2018

... und unten leuchten wir


Wenn nachts die Sterne funkeln und der volle Mond leuchtet, dann schenken diese Himmelslichter der ganzen Erde ein wenig Licht in der Dunkelheit. Früher haben sich zudem Reisende an ihnen orientiert.
Das Licht einer Laterne scheint gegenüber den Sternen klein und unbedeutend: Schon eine Straßenecke weiter ist es nicht mehr zu sehen, und während die Sterne Nacht für Nacht wiederkehren, leuchtet die Laterne nur in einigen wenigen Nächten.
Und doch: Für den Moment und an dem Ort, an dem sie leuchtet, ist ihr Licht kräftiger und heller als das Sternenlicht. So kann ein Kind im Licht der Laterne besser erkennen, wohin es seinen nächsten Schritt lenken muss, um nicht durchs Dunkel zu stolpern. Mit einer Laterne durch die Nacht zu gehen ist spannend und schön.
Ich glaube, dass sich in diesem Kinderspiel eine tiefe Weisheit verbirgt. Es symbolisiert ganz anschaulich himmlische und irdische Macht und setzt sie zueinander ins Verhältnis. Gottes Macht, die Lehren Jesu und ferner die herausragenden Taten und Lebensgeschichten einiger großer Persönlichkeiten, wie die des Martin von Tours, sind wie das Sternenlicht in der Nacht. Sie leuchten weit und bieten vielen Menschen Orientierung.
Unsere Taten haben weit weniger Strahlkraft als ihr Licht, und doch ist es gut und nötig, dass auch wir unser Licht leuchten lassen. Von Jesus stammt die sprichwörtliche Rede, sein Licht nicht unter den Scheffel zu stellen. Ein offenes Ohr für die Sorgen des Nächsten, eine helfende Hand in der Not und die Bereitschaft zu teilen, wo genug für alle da ist, werfen ein Licht ins Dunkel. Wo jemand so handelt, kann er in seinem näheren Umfeld – für Verwandte, Freunde oder Mitmenschen – zum Vorbild werden.
Sein Licht leuchten zu lassen kann spannend und schön sein, wie das Laternelaufen in Kindertagen.
Pastor Mirko Klein

Ausgabe SEPTEMBER/OKTOBER 2018

Wir handeln fair


Seit vielen Jahren kann man an jedem Sonntag ab 11.00 Uhr – nach dem Gottesdienst – am Eine-Welt-Stand im Gemeindehaus einkaufen: Honig und Wein, Tee, Gewürze, Süßwaren und Kaffee…
Die Gruppe von Frauen, die diese Initiative trägt, arbeitet schon lange zusammen: „Wir verbreiten ja die Idee,“ sagt eine Mitarbeiterin, „die Idee von einem gerechten, menschenwürdigen Leben für alle auf der Welt. Natürlich ist es teurer als anderswo!“ Fair gehandelte Waren einzukaufen, setzt die Einsicht und die Bereitschaft voraus, diesen – gerechten – Preis zu zahlen. Und eine Kundin fügt hinzu: „Mir geht es doch gut. Ich kann etwas abgeben. Ich betrachte es wie eine Spende“. Einzelne, Mitarbeiterinnen und Kundinnen machen Ernst damit, dass sich heute unbedingt die wirtschaftliche Entwicklung im Einklang mit sozialer Gerechtigkeit und im Rahmen der ökologischen Grenzen vollziehen muss. „Wir wissen, dass wir mit unserer Arbeit und mit unserem Einkauf nur ein Zeichen setzen, aber es ist immerhin ein Zeichen.“
Der Kirchengemeinderat hat nun beschlossen, das von der Nordkirche und „Brot für die Welt“ verliehene Siegel der „ÖkoFairen Gemeinde“ zu erwerben – parallel zum Prozess, den die Kommune in Wentorf angestoßen hat, Fairtrade-Town zu werden.
Die Kriterien dafür erfüllt die Gemeinde bereits zu einem großen Teil: Sie bezieht Ökostrom und -gas, hat Geld nach ethischen Kriterien angelegt (Oikocredit) und schenkt nur fair gehandelten Kaffee und Wein aus.
Doch nun ist der Wunsch entstanden, noch bewusster und entschlossener zu handeln. Zum Beispiel stellen die Mitarbeiterinnen in Büro und Hausmeisterei bereits ihren Einkauf um: Reinigungs- und Hygienemittel, Papier und Bürobedarf sollen ausschließlich das Umweltsiegel „Blauer Engel“ tragen. Mineralwasser wird jetzt von einem Anbieter bezogen, der sich nachweislich für weltweiten Zugang zu sauberem Trinkwasser einsetzt. Bei Veranstaltungen soll kein Einweggeschirr mehr eingesetzt und vegetarischem Essen der Vorzug gegeben werden. Auch der Blumengarten für den Altarschmuck wurde erweitert. So möchte die Gemeinde Schritt für Schritt mit einem ökofairen Profil weitere Zeichen für eine gerechte, menschenfreundliche Welt setzen.
Über Rückmeldungen und Anregungen zu diesem Projekt freuen wir uns!
Ihre Pastorin Ulrike Lenz
Wir handeln fair

Ausgabe JUNI/JULI/AUGUST 2018

Tage wie dieser ...


Liebe Leserinnen und Leser, manch Sommerabend und manch schönes Urlaubserlebnis rufen in uns die Sehnsucht hervor, die Goethes Faust im Angesicht des glücklichen Moments äußert: „Verweile doch, du bist so schön“. Das Zitat mag heute nicht mehr ganz so geläufig sein, das Lebensgefühl, das es beschreibt, aber schon. Seit ein paar Jahren wird auf Hochzeiten, Abi-Feiern und sogar auf Wahlpartys immer wieder „Tage wie diese“ von der Punkrock-Gruppe „Die Toten Hosen“ gespielt. Auch hier wird im Refrain die Sehnsucht nach dem anhaltenden Glück des Augenblicks geäußert. Dabei wissen sowohl Goethes Faust als auch die Toten Hosen, dass das Glück des Augenblicks flüchtig und vergänglich ist.
Und doch mag manch besonderer Augenblick tatsächlich etwas mit der Ewigkeit zu tun haben, weil wir in solchen Momenten Anteil haben am Ewigen. Das Glück der Liebe, die Erleichterung nach einer bestandenen Prüfung, der Rausch des Sieges sind Gefühle, die die Menschen zu allen Zeiten gekannt haben. Wer sie aufs Neue erfährt und erlebt, nimmt Anteil am Ewigen, hat ein Stück vom Himmel mitten im Leben.
Auch die heiligen Riten des Christentums sind letztlich eine Anteilnahme an dem, was ewig ist. Taufe und Abendmahl dauern ja nicht für immer an, aber sie schenken denen, die sie feiern, Anteil am ewigen Leben, und für einen Moment berühren sich Himmel und Erde. Mehr von der Ewigkeit können wir in diesem Leben nicht haben. Aber es mag als Wegzehrung auf unserer Reise des Lebens auch genügen.
In Psalm 118 heißt es: „Dies ist der Tag, den der Herr macht, lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.“ Das Psalmgebet wird häufig an Ostern und bei Trauungen in der Kirche gesprochen. Ursprünglich ist es wahrscheinlich auch zu einem besonderen Anlass gedichtet worden. Zu einem Tag, an dem sich Gottes Macht offenbarte.
Wir können diese Momente nicht festhalten, aber wir können die Tage als ein Geschenk des Schöpfers annehmen und sie mit Freude füllen. Freude, die uns etwas erahnen lässt von dem, was ewig ist.
Pastor Mirko Klein

Sechs mal im Jahr, im Februar/März, April/Mai, Juni/Juli/August, September/Oktober, November und Dezember/Januar, bekommen alle Mitbürgerinnen und Mitbürger von Wentorf den Kirchenboten der evangelischen Gemeinde. Darin steht wer wann was anbietet oder von Berufs wegen im Einsatz ist, wer eine neue Idee verwirklichen möchte, wo man sich zu was zusammenfindet oder die geplante Reise berät. Die Hobby-Redakteure lesen aufmerksam die eingeschickten Artikel, erlauben sich bisweilen, den Text leicht zu verändern und beauftragen dann Jürgen Rix mit dem Layout, damit diese Papiere „hübsch“ gesetzt in den Druck gegeben werden. Uns, der Kirchenboten-Redaktion macht diese Arbeit Spaß. Sollten Sie einmal keinen Kirchenboten bekommen haben, wenden Sie sich bitte ans Kirchenbüro 720 24 25 oder per e-mail:
buero@kirchengemeinde-wentorf.de

Der Redaktionskreis: Christiane Schröder, Helga Hardt, Erika Löwer und Jürgen Rix (Layout)