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GOTTESDIENSTE in Reinbek

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Ausgabe JUNI/JULI/AUGUST 2019

Das Leben – ein Fest


Wie ein einziges großes Fest kommt einem der Sommer manchmal vor, wenn alles blüht und strahlt und sich das Leben leicht anfühlt!
Das Fest unterscheidet sich vom Alltag.
Der Alltag ist geprägt von Verbindlichkeit, Anstrengung und Gewohnheit. Er kann Halt geben, weil er Struktur mit sich bringt. Er kann manchmal aber auch grau erscheinen. Mancher sehnt sich nach einem „normalen Alltag“. Auch Menschen ohne Arbeit und ein Zuhause haben einen Alltag, ebenso wie Kranke.
Ein Fest ist eine willkommene, eine ersehnte Unterbrechung des Alltags. Der Unterschied drückt sich im ganz anderen Lebensgefühl aus: Zum Fest gehören helle Farben, Leichtigkeit, Lachen und Lichter, ein Gefühl von Freiheit und Gelöstheit, die ein gewisses Schweben empfinden lassen. Man kann sich ein sommerliches Fest im sonnendurchfluteten Garten vorstellen, wo bunte Tisch- und Picknickdecken im Wind flattern und die Lampions in den Bäumen darauf warten, nach Einbruch der Dunkelheit den Garten zu verzaubern. Kinder spielen, ein Planschbecken ist aufgebaut, Musik fordert zum Tanzen auf …
Das Fest entlastet von Anstrengung und Arbeit und weckt Freude.
Vielleicht könnte man sagen, dass die Lebenswirklichkeit des Menschen zwei Seiten hat, eine arbeitende, schaffende, die zum Alltag gehört, und eine weitere, festliche Seite. Diese beiden Seiten sind wie Pole, zwischen denen sich das Leben und Handeln des Menschen bewegt. Das nützliche, zweckhafte und funktionale Handeln einerseits und das zweckfreie und feiernde Handeln andererseits.
Feste wurzeln in der alten Überzeugung, dass das, was das alltägliche Leben trägt, etwas vom Menschen Unabhängiges ist. Die Grundlage des Lebens ist letztlich etwas Unverfügbares. Und die Funktion des Festes besteht darin, dass sich der Mensch feiernd vergewissert: Das Leben ist mehr! Mehr als Alltag!
Die alltägliche Arbeit sichert zwar die Existenzgrundlage, aber die menschliche Existenz, das Leben, verdankt der Mensch nicht sich selbst. Das Leben verdankt sich vielmehr einem Urgrund allen Seins, und es wird auch von dort gehalten. Theologisch gesprochen: Das Leben ist ein Geschenk Gottes. Und im Sommer, mit der erblühten Natur, der Ferienzeit und den vielen Anlässen, zusammen zu sein unter freiem Himmel, meine ich, das mitunter mit allen Sinnen spüren zu können. Gott sei Dank!
Möge Ihnen das Herz aufgehen „in dieser lieben Sommerzeit“, dass sich das Leben festlich anfühlen möge. Dann ist der Himmel nah!
Ihre Pastorin Ulrike Lenz

Ausgabe APRIL/MAI 2019

Lebe, liebe, lache


Dass wir leben, suchen wir uns nicht aus. Das Leben ist uns geschenkt. Wörtlich genommen wäre die Aufforderung unnötig. Gemeint ist, dass wir das Leben in bestimmter Weise wahrnehmen und gestalten: Lebensbejahend, erfüllt
von österlicher Hoffnung und Freude!
Im Johannesevangelium sagt Jesus am Vorabend seiner Verhaftung und in Vorahnung auf seine Passion zu den Jüngern: „Ich lebe, und ihr sollt auch leben!“ (Joh 14,19). Die Aufforderung bezieht sich auf die Zeit nach Jesu Tod. Wer einmal einen lieben Menschen verloren hat, kennt das wahrscheinlich. Die Gewalt des Todes hat nicht nur den Verstorbenen berührt, sie ergreift auch die Angehörigen. Dann fehlt es dem Leben an Freude, an Sinn, an Glück und Erfüllung.
Im Johannesevangelium greift Jesus dem vor und sagt den Jüngern, wie sie der Gewalt des Todes widerstehen können: Jesus wird die Macht des Todes brechen. Wenn die Jünger ihm glauben, leben sie in dem Bewusstsein weiter, dass Jesus immer noch da ist. Das wird spürbar, wo sie seiner Weisung Folge leisten: „Ein neues Gebot gebe ich Euch, dass ihr einander liebt, wie ich Euch geliebt habe.“ Das hat er ihnen kurz zuvor geboten (Joh 13,34).
Manche Angehörige sagen sich nach dem Begräbnis, dass der Verstorbene nicht gewollt hätte, dass die Hinterbliebenen für immer traurig sind. Auch Jesus hat das nicht für seine Jünger gewollt. Wenn man jemanden liebt, will man, dass es diesem Menschen gut geht. Jesus kündigte den Jüngern seinen Tod an, indem er sagte, dass er „zum Vater“ gehe. Bei Gott würde er leben, und es würde ihm an nichts fehlen. Seine Jünger sollten das wissen und ohne Sorge um ihn weiterleben.
Es gibt viele Bibeltexte, die davon sprechen, wie alles Leid und alle Traurigkeit überwunden werden. Im 126. Psalm heißt es: „Dann wird unser Mund voll Lachens und unsere Zunge voll Rühmens sein.“ – Leben, Lieben, Lachen – das ist die Haltung, die uns der Glaube an Ostern schenkt.
Pastor Mirko Klein

Ausgabe FEBRUAR / MÄRZ 2019

„Suche Frieden und jage ihm nach“ (Psalm 34,15)

Jahreslosung 2019


„Frieden“ und „jagen“, das passt irgendwie nicht zusammen. Ein Jäger ist bewaffnet, er lauert, treibt in die Enge und tötet. Der oder die Gejagte ist der Aggressivität wehrlos ausgeliefert. Ersetzt man hingegen das „Jagen“ durch Synonyme wie: nachlaufen, hinterher sein, folgen, sich sehnen, sich darum mühen, liebäugeln – dann verändert sich das innere Bild.
Auf der anderen Seite ist die Aggressivität im Begriff „jagen“ genau das Richtige, meint man doch fälschlicherweise, der Frieden sei ein Normalzustand, der existiert, ohne dass man etwas dafür tut. Als ob Frieden etwas Passives wäre und Krieg und Streit etwas Aktives. Dabei kommt ein Streit meist von selbst und schneller als man denkt. Um den Frieden aber muss man sich richtig bemühen. Frieden mit mir und Frieden um mich herum. Frieden ist etwas Aktives. Es geht also darum, für den Frieden einzutreten – in Wort und Tat.
Frieden ist nicht einfach die Abwesenheit von Streit und Krieg. Ein Leben in Frieden erfordert wirtschaftliche Stabilität, tragfähige menschliche Beziehungen, sinnerfüllende Tätigkeiten und Anerkennung. Nur wo dies außenherum gewährleistet ist, kann man auch zu einem inneren Frieden kommen.
Gerade weil Frieden keine Selbstverständlichkeit ist, ist der unaufhörliche Aufruf zu seiner Bewahrung notwendig: „Meide das Böse und tu das Gute, suche Frieden und jage ihm nach“ (Ps 34,15). Frieden entwickelt sich im respektvollen und rücksichtsvollen Kontakt untereinander, aber auch mit sich selbst und mit der ganzen Schöpfung. Frieden will entdeckt und festgehalten werden. Bei mir angefangen heißt Frieden, sich nicht so wichtig zu nehmen, meine Ansprüche maßvoll zu gestalten, bescheiden und ressourcenorientiert zu leben. In Bezug auf die Menschen um mich herum heißt Frieden, einfühlsam zu sein und mich einzusetzen und einzumischen, wo jemand ungerecht behandelt wird oder in Not geraten ist. Im Weiteren gilt es, für den Frieden die Schöpfung in ihrer Artenvielfalt und ihrem Reichtum zu respektieren und zu bewahren. Denn auch sie braucht Frieden, um uns nachhaltig versorgen zu können. Unsere Anstrengungen für den Frieden werden uns an unsere Grenzen führen, aber auch zum Himmel hinauf. Jesus drückt das in der Bergpredigt schön aus: „Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen.“
Ihre Pastorin Ulrike Lenz

Sechs mal im Jahr, im Februar/März, April/Mai, Juni/Juli/August, September/Oktober, November und Dezember/Januar, bekommen alle Mitbürgerinnen und Mitbürger von Wentorf den Kirchenboten der evangelischen Gemeinde. Darin steht wer wann was anbietet oder von Berufs wegen im Einsatz ist, wer eine neue Idee verwirklichen möchte, wo man sich zu was zusammenfindet oder die geplante Reise berät. Die Hobby-Redakteure lesen aufmerksam die eingeschickten Artikel, erlauben sich bisweilen, den Text leicht zu verändern und beauftragen dann Jürgen Rix mit dem Layout, damit diese Papiere „hübsch“ gesetzt in den Druck gegeben werden. Uns, der Kirchenboten-Redaktion macht diese Arbeit Spaß. Sollten Sie einmal keinen Kirchenboten bekommen haben, wenden Sie sich bitte ans Kirchenbüro 720 24 25 oder per e-mail:
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Der Redaktionskreis: Christiane Schröder, Helga Hardt, Erika Löwer und Jürgen Rix (Layout)