Nachrichten

Diakoniegroschen

22.10.2009

weiter

50 Jahre Jugendhaus Marienburg

04.06.2009

weiter

Weiter Berichte finden Sie hier

Telefonnummern

Pastor
Mirko Klein

040-720 27 11
Kirchenbüro
Am Burgberg 1

040-720  24  25
oder 040-720 09 330

Gottesdienste

EVANGELISCHE GEMEINDE

GOTTESDIENST

Jeden Sonntag 10:00 Uhr

KINDERGOTTESDIENST

Jeden Sonntag 10:00 Uhr
(außer in den Ferien)

KATHOLISCHE GEMEINDE

GOTTESDIENSTE in Wentorf
KATH. FAMILIENMESSE

Jeden 1. Samstag im Monat 18:00 Uhr

GOTTESDIENSTE in Reinbek

Samstags 17:00 Uhr
Sonntags 10:00 Uhr

50 Jahre Jugendhaus Marienburg

Freiraum im Gehölz

Kennen Sie ein untrügliches Zeichen fürs Älterwerden? Ganz einfach: wenn die Dinge, die Sie mit Ihrer Kindheit und Jugend verbinden, plötzlich nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit sind. Wenn also Spielsachen aus Ihren Kindertagen zuhauf bei Ebay verhökert werden, weil der Nachwuchs heutzutage von Playstations statt von Märklin-Eisenbahnen träumt. Oder wenn Ihre Kinder beim Anblick Ihrer Jugendfotos ungläubig fragen: „Was ist denn das für’n krasses Outfit?“

Gott sei Dank gibt es Ausnahmen von dieser unschönen Entwicklung. Dinge, die dem Zahn der Zeit trotzen und auch nach Jahren noch taufrisch wirken. Das evangelische Jugendhaus Marienburg, kurz Mabu genannt, gehört zu dieser Kategorie. Fünfzig Jahre ist es her, dass ein ungewöhnlich weitsichtiger Kirchenvorstand beschloss, das ehemalige Ausflugslokal am Bergedorfer Gehölz für die Jugendarbeit zu erwerben. Fünfzig Jahre, in denen das Haus ungezählten Kindern und Jugendlichen Freiräume bot, die es im sonst recht bürgerlichen Wentorf so nicht gab – jedenfalls zu meiner Zeit. Ob man nun selbstorganisierte Rockkonzerte im Garten, fotografische Experimente in der Dunkelkammer oder freies Diskutieren in der Teestube bevorzugte: Hauptsache, man konnte sich ausprobieren.

Soviel Freiheit führte zumindest während der 70er und 80er Jahre dazu, dass die Mabu bei denen, die sie nur vom Hörensagen kannten, ein wildes Image hatte. Linkes Revoluzzertum und anarchistisches Gedankengut wurden hier vermutet. Wir fanden diese Ansichten schon damals lächerlich, aus heutiger Sicht erscheinen sie geradezu grotesk. Letztlich waren wir ein paar Bürgerkinder, die in der Mabu einmal richtig durchatmen konnten. Mehr nicht, aber auch auf keinen Fall weniger. Eine schöne Anekdote aus der Zeit: Mitte der Achtziger kam im Zuge des Atomkraft-Streits das Umsägen von Strommasten in Mode. Prompt wurde der Mast vor der Marienburg rund um die Uhr bewacht. Man konnte ja nicht wissen ... Immerhin haben die netten Herren Bewacher mir in einer kalten Winternacht ausgeholfen. Mit ihrem Allrad-Jeep zogen sie mein altersschwaches Auto den vereisten Abhang vor der Mabu hinauf.

Die Zeiten mögen sich geändert haben, aber noch immer bietet die Marienburg mit ihrer traumhaften Lage Kindern und Jugendlichen viele Möglichkeiten – wenn auch inzwischen mit einigen Einschränkungen. Ich bin überzeugt, dass die Marienburg auch im Jahr 2059 immer noch das sein wird, was sie immer war: jung!


(Sven Ollmann gehörte viele Jahre zu den Mabu-Jugendlichen und war von 1984 bis 1986 einer der bisher 25 Zivildienstleistenden vor Ort. Heute arbeitet er als Kommunikationsmanager für ein bekanntes deutsches Unternehmen in Berlin.)

Sven Ollmann

Nachrichten und Meldungen Übersicht