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GOTTESDIENSTE in Reinbek

Samstags 17:00 Uhr
Sonntags 10:00 Uhr

Zum Abschied von Herrn Rudolf Löwer

vom Sonntag, dem 20. März 2011

"Bei Gott ist mein Heil und meine Ehre." (Psalm 62, 8)

"Die Gabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn." (Römer 6, 23)


Diese biblischen Worte waren die letzte Tageslosung und der letzte Lehrtext, die Herr Löwer am 19. Januar zusammen mit seiner Frau Erika las. Früh am nächsten Morgen rief Gott ihn jäh aus einem erfüllten Leben zu sich. Nach seiner Genesung von einer schweren Operation hatte das Ehepaar Löwer dankbar im vergangenen Mai die Feier der Goldenen Hochzeit begangen. Im letzten Dezember hatte er seinen 80sten Geburtstag feiern können. Umso schmerzlicher war für Frau Löwer, alle Kinder, Enkel, Freunde und Bekannten, die an diesen Jubiläen voll Freude Anteil genommen hatten, nun sein völlig unerwarteter Tod.

Zu Herrn Löwers täglichem Brot hatte das Bibellesen gehört, es hat sein Leben geprägt. Besonders liebte er die Übersetzung in Luthers poetischer und kerniger Sprache. Ebenso hingebungsvoll widmete er sich der Chorarbeit in den Proben und Konzertaufführungen der Reinbeker Kantorei. Die hatte ihren begeisterten Chorsänger nach seinen fast 50 Jahren aktiver Mitarbeit im vergangenen Sommer feierlich verabschiedet.

In Wentorf können wir in großer Dankbarkeit auf das beständige, unaufdringliche Mitwirken Rudolf Löwers in der Leitung unserer Kirchengemeinde zurückblicken. Seine fundierte Kenntnis der Heiligen Schrift befähigte ihn zu einem maßgebenden Urteil in Glaubensfragen. Er war 19 Jahre lang ein geachtetes Mitglied im Kirchen-vorstand und dessen Gremien, darüber hinaus weit länger ein anregender Gesprächs-partner in verschiedenen Kreisen und ein aktiver Helfer und Förderer bei Projekten. Für den Kirchenboten schrieb er geistliche Betrachtungen, außerdem war er ein gefragter Korrekturleser. In den Gremiensitzungen blieben zuweilen langwierige Diskussionen nicht aus. Als Protokollführer gelang es Herrn Löwer dann, in drei prägnanten Sätzen das Ergebnis einer hitzigen Debatte zusammenzufassen. Nicht selten würzte er es mit einem lakonischen Ausdruck, in dem sein hintergründiger Humor aufblitzte. Dabei zeichnete ihn die bescheidene Leichtigkeit aus, mit der er zwar sein Urteil geradeheraus deutlich machen konnte, ohne dabei jedoch andere zu verletzen oder zu bevormunden.

Rudolf Löwer war dankbar für das Leben, wie Gott es ihm geschenkt, aber auch zugemutet hatte. Manches durchzuhalten kostete ihn merkbar Kraft, aber nie klagte er darüber. Sein Platz bleibt künftig leer am Familientisch, im Gottesdienst und bei den Gemeindetreffen. Das schmerzt viele von uns. Doch der Glaube, der ihn getragen hat, bleibt uns.

Als Auftakt zum Gottesdienstbesuch pflegte das Ehepaar Löwer im Rundfunk die Kantate zu hören, die Johann Sebastian Bach für den jeweiligen Sonntag geschrieben hat. Am dritten Sonntag nach Epiphanias, drei Tage nach Herrn Löwers Tod, war es die Kantate BWV 156. Ich war tief ergriffen, als ich den Sopran die herrliche Eingangsarie singen hörte. Mir war, als sei der Text von Johann Hermann Schein Herrn Löwers Gebet:

Ich steht mit einem Fuß im Grabe,
Machs mit mir, Gott, nach deiner Güt,
Bald fällt der kranke Leib hinein,
Hilf mir in meinen Leiden,
Komm, lieber Gott, wenn dirs gefällt,
Was ich dich bitt, versag mir nicht.
Ich habe schon mein Haus bestellt,
Wenn sich mein Seel soll scheiden,
So nimm sie, Herr, in deine Händ.
Nur lass mein Ende selig sein!
Ist alles gut, wenn gut das End.

Pastor em. Hauke Schröder

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